{"id":2080,"date":"2016-11-27T10:32:33","date_gmt":"2016-11-27T10:32:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zaldor.de\/?p=2080"},"modified":"2016-11-27T10:32:33","modified_gmt":"2016-11-27T10:32:33","slug":"von-kleinen-und-ganz-grossen-alkoholproblemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/2016\/11\/27\/von-kleinen-und-ganz-grossen-alkoholproblemen\/","title":{"rendered":"Von kleinen und ganz gro\u00dfen Alkoholproblemen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,<\/strong><\/p>\n<p>das Leben auf unserem Planeten funktioniert nach gewissen Regeln bzw. nat\u00fcrlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. So gibt es nat\u00fcrliche Rhythmen, zum Beispiel von Tag und Nacht oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Beide werden von der Sonne gepr\u00e4gt. Andere Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten sind das Gesetz der Anziehung oder das Gesetz von Aktion und Reaktion, auf deren Abl\u00e4ufe wir Menschen gr\u00f6\u00dferen Einfluss haben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zaldor.de\/wp-content\/uploads\/Oesterreichische-Schule-der-National\u00f6konomie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2127\" src=\"http:\/\/www.zaldor.de\/wp-content\/uploads\/Oesterreichische-Schule-der-National\u00f6konomie.jpg\" alt=\"\u00d6sterreichische Schule der National\u00f6konomie\" width=\"500\" height=\"334\" \/><\/a>All diese Regelm\u00e4\u00dfigkeiten erlauben es uns, auf zuk\u00fcnftige Entwicklungen zu schlie\u00dfen. Nehmen wir das Gesetz von Aktion und Reaktion und veranschaulichen es an einer m\u00f6glicherweise auch Ihnen bekannten Situationen des Lebens: dem feuchtfr\u00f6hlichen Abend mit guten Freunden.<\/p>\n<p>Die Aktion eines feuchtfr\u00f6hlichen Abends und der n\u00e4chtliche Zug um die H\u00e4user der Stadt, f\u00fchrt in der Regel nicht dazu, dass Sie am n\u00e4chsten Morgen bei Sonnenaufgang im Vollbesitz Ihrer Kr\u00e4fte und Klarheit aufwachen und vor Fitness strotzend in den Tag starten k\u00f6nnen. Unsere K\u00f6rper sind dann erst einmal reaktiv im Reparaturmodus und sch\u00e4tzen die Ruhe, was wiederum Ihre Kinder und Ihr Ehepartner m\u00f6glicherweise nicht wirklich zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n<p>Wie hart es Sie an einem solchen Morgen auch trifft, es gilt: dem emotionalen Hoch des Vorabends folgt das k\u00f6rperliche und, je nach famili\u00e4rer Gemengelage, gegebenenfalls auch emotionale Tief am darauf folgenden Morgen. Kopf und K\u00f6rper sind dabei, Ihr nat\u00fcrliches Gleichgewicht wiederherzustellen, indem Fremdstoffe und n\u00e4chtliches Schlafdefizit abgebaut werden. Und um bleibende Sch\u00e4den zu vermeiden, sollten wir diesen Prozess, so gut es eben geht, laufen lassen. Der K\u00f6rper holt sich, was er braucht &#8211; andernfalls wird er irgendwann krank! Das ist im \u00dcbrigen doch gar kein schlechtes Argument, das auch Ihr Partner nachvollziehen sollte!<\/p>\n<p>Was haben diese Ausf\u00fchrungen nun aber in einem Kapitalmarktkommentar zu suchen? Sie sollen es nachvollziehbar, am besten sp\u00fcrbar, machen, dass unser ganzes Leben auf Dauer gewissen Gesetzm\u00e4\u00dfig-keiten unterliegt und dass vergangene Aktionen und ein gegenw\u00e4rtiger Zustand zuk\u00fcnftige Reaktionen und Entwicklungen erwarten lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch unser \u00f6konomisches System funktioniert nach den gleichen Regeln, wie unser k\u00f6pereigenes Zellsystem oder das \u00d6kosystem. Mir geht es darum, meine folgenden Ausf\u00fchrungen zur Situation an den Kapitalm\u00e4rkten \u00fcber diesen Transfer nachvollziehbar zu machen, anstatt Unmengen von Zahlen aus der Kiste zu w\u00fchlen oder bunte Bildchen zu malen, die das belegen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Das Leben in einer alchimistischen \u00d6konomie <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die herrschende \u00f6konomische Lehre, die unsere Wirtschafts- und Geldpolitik und somit unser Leben bestimmt, betrachtet bedauerlicherweise manche wichtige Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit als unerheblich und versucht sie au\u00dfer Kraft zu setzen. Sie l\u00e4sst die Gesundungsprozesse einer reinigenden Rezession nicht mehr zu und lehnt ein gesundes organisches Wachstum kategorisch ab.<\/p>\n<p>Eine Volkswirtschaft muss sich seinen Wohlstand nicht mehr richtig erarbeiten oder die Konsequenzen wirtschaftlicher Fehlentwicklungen richtig erleiden. Denn Wohlstand entsteht durch Kredit aus dem Nichts. Dazu werden planwirtschaftlich k\u00fcnstlich niedrige Zinsen geschaffen und durch ein unglaublich hohes Kreditwachstum entstehen Unmengen neuen Geldes aus dem Nichts, das in unser Wirtschaftssystem str\u00f6mt. K\u00fcnstliches Geld zu k\u00fcnstlichen Zinsen verzerrt vollends die Preisbildung, die f\u00fcr die Wirtschafts-beziehungen und Entscheidungen der Menschen so entscheidende Bedeutung besitzt. Wichtige Anreize f\u00fcr ein nachhaltiges menschliches Handeln und s\u00e4mtliche Regelgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr den gesunden Organismus der M\u00e4rkte und des Wirtschaftssystems gehen verloren. So weit sind wir inzwischen gekommen: Geld verleihen kostet inzwischen Zinsen. Staaten verschulden sich und bekommen daf\u00fcr Zinsen. Sparen, also Konsum-verzicht, ergibt f\u00fcr viele keinen Sinn mehr. Ausgeglichene Haushalte sind nicht erforderlich und geh\u00f6ren l\u00e4ngst der Vergangenheit an. Verschuldete unwirtschaftliche Projekte werden belohnt. Es gibt keine \u00fcberzeugenden Anreize mehr zum Schuldenabbau. Wer nicht verschuldet ist, verliert in diesem System. Man k\u00f6nnte zuhauf weitere Absurdit\u00e4ten anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir leben ma\u00dflos im Hier und Jetzt, umgeben von v\u00f6llig verr\u00fcckten Bedingungen! Nach uns die Sintflut! Wie erkl\u00e4re ich das nur meinen Kindern, die ein stabiles Werteger\u00fcst f\u00fcr ihr sp\u00e4teres Leben bekommen sollen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Eine vern\u00fcnftige \u00d6konomie war und ist nicht gew\u00fcnscht!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zu Ihrer Kenntnis: Es gibt eine \u00d6konomielehre, die diese nat\u00fcrlichen Wirkungszusammenh\u00e4nge und das Verhalten des einzelnen Individuums seit jeher in das Zentrum jeden \u00f6konomischen Erkl\u00e4rungsansatzes stellt: die \u00d6sterreichische Schule der National\u00f6konomie<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Sollten Sie diesen Begriff jetzt zum ersten Mal h\u00f6ren, so kann ich Sie beruhigen. Kaum ein studierter \u00d6konom kennt diese Denkrichtung. Um zu erkl\u00e4ren, warum ihr Bekanntheitsgrad derart gering ist, nehme ich Sie mit auf eine kurze Zeitreise.<\/p>\n<p>Nach der gro\u00dfen Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre standen die Argumente der \u00d6sterreichischen Schule zur zuk\u00fcnftigen Verhinderung einer derartigen globalen wirtschaft-lichen Katastrophe in Denkkonkurrenz zu den L\u00f6sungsans\u00e4tzen der Monetaristen und Keynesianer. Im Kern ging es um zwei v\u00f6llig kontr\u00e4re Standpunkte: Allmacht des privaten Eigentums versus Allmacht der Banker.<\/p>\n<p>Ursache dieser historischen Krise war einmal wieder ein \u00fcber Kredite finanzierter Wirtschaftsboom. Breite Teile der Bev\u00f6lkerung erlangten per Kredit Zugang zur Mobilit\u00e4t des Automobils und Spekulanten gingen auf Kreditbasis Wetten ein. Das Kreditwachstum explodierte von 1919 bis 1929. Das im Jahr 1913 instal-lierte Zentralbanksystem in den USA erlaubte es den Gesch\u00e4ftsbanken, gro\u00dfz\u00fcgig Geld in Form von Kredit auszugeben, ohne daf\u00fcr einen \u00e4quivalenten realen Gegenwert in den hauseigenen Tresoren liegen zu haben. Das so in Umlauf gekommene Geld war nicht ausreichend gedeckt. Auf Ebene der Gesch\u00e4ftsbanken gab es auch damals keinen Goldstandard.<\/p>\n<p>Als das Zinsniveau am Markt dann, bedingt durch Inflation und eine vorsichtigere Kreditvergabe der Banken, wieder zu steigen begann, ebbte die Versorgung mit frischem Geld bzw. Kredit ab. Das Rauschmittel des Booms wurde pl\u00f6tzlich knapp, der wirtschaftliche Schwung verlor an Kraft und noch dazu endete manche kreditfinanzierte Spekulation im spektakul\u00e4ren Verlust. Das unnat\u00fcrlich aufgepumpte Kreditvolumen bzw. ihre Schuldner brachen in sich zusammen. Dem rauschhaften Boom folgte der Bust, also die ern\u00fcchternde Pleite. Kredite konnten nicht zur\u00fcckgezahlt werden, viele Banken kostete das ihre Existenz, die dort liegenden Kundeneinlagen waren vernichtet, unz\u00e4hlige finanzielle Existenzen zerst\u00f6rt. Es war die Zeit der gro\u00dfen Depression. Den Zentralbanken waren ihre politischen H\u00e4nde gebunden, denn in dem damals f\u00fcr die Zentralbanken vorherrschenden Goldstandard waren ihnen bei beschr\u00e4nkten Goldvorr\u00e4ten keine weiteren Hilfskredite an die Notleidenden m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Aus diesen Entwicklungen konnte man nun zwei ganz unterschiedliche Schlussfolgerungen ziehen und genau das taten die Lager der \u201e\u00d6sterreicher\u201c und \u201eKeynesianer\u201c.<\/p>\n<p>Die \u00d6sterreicher um Ludwig von Mises pl\u00e4dierten f\u00fcr eine Volldeckung durch Gold, um den Kreditmiss-brauch von vornherein zu vermeiden. Das bedeutet gedeckter Kredit und Wohlstand auf Basis von erspartem Eigentum. F\u00fcr unser aus dem Leben gegriffenes Beispiel hie\u00dfe das, nur noch in Ma\u00dfen Alkohol zu konsumieren, um einen derart schmerzhaften \u201eKrankenhausaufenthalt\u201c, wie es die gro\u00dfe Depression der 1930er war, nicht mehr erleben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Finanzeliten, deren Gesch\u00e4ftsmodell die Kredit- bzw. Geldproduktion ist, und die Politeliten, die ihre politische Handlungsf\u00e4higkeit seit jeher der \u00f6ffentlichen Verschuldung verdanken, ein denkbar ungutes Szenario! So landete dieser \u00fcberaus weitsichtige \u00f6konomische Ansatz auf einem dunklen Speicher und lagert dort seitdem in einer verstaubten Kiste. Im \u00dcbrigen ist die Bande der Volksparteien (jeder Couleur!) und (Zentral-)Banker heutzutage, entgegen allen \u00f6ffentlichen Showgefechten, enger denn je.<\/p>\n<p>John Maynard Keynes war im Gegensatz zu Mises nun der Auffassung, man solle es den Finanz- und Politeliten erlauben, g\u00e4nzlich frei eines einschr\u00e4nkenden Goldstandards Geld und Kredit zu schaffen, um so Krisen l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Diese Idee gefiel den damaligen Entscheidern nat\u00fcrlich deutlich besser.<\/p>\n<p>In der Analogie zu unserem Einstiegsbeispiel hie\u00dfe das, einen heftigen Kater mit einer neuerlichen noch heftigeren Alkoholdosis zu bearbeiten. Sobald der Organismus also seine Selbstheilung von innen heraus beginnen will, wird der n\u00e4chste Stimulus gesetzt, um das Ungleichgewicht beizubehalten und mit dieser Methodik sukzessive auszubauen. Im Ergebnis ergibt sich ein ausgewachsener Alkoholismus. Zum Alkohol bzw. zur billigen Droge unserer heutigen Wirtschaftswelt ist so der Kredit geworden. Damit diese Methode funktioniert, bedarf es stetig h\u00f6herer Dosierungen, sprich h\u00f6here Kreditvolumina zu niedrigeren Zinsen. Die Fallh\u00f6he aus diesem k\u00fcnstlich geschaffenen wirtschaftlichten Ungleichgewicht mit gigantischer globaler Verschuldung in dem wir uns inzwischen befinden, ist so hoch wie niemals zuvor in der Geschichte!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Keiner wei\u00df, wann und wie diese experimentelle Behandlung mit exponentiell steigenden Kredit-dosierungen genau enden wird. Sicher ist nur, dass diese Kreditwirtschaft \u00fcberall immense geistige und materielle Sch\u00e4den hinterl\u00e4sst. Ob dieser Schuldenexzess in einer baldigen Wiederherstellung der nat\u00fcrlichen Ordnung und einem Ende mit Schrecken oder aber zunehmend rabiateren Eingriffen der staatlichen Institutionen und einem Schrecken ohne Ende seine Aufl\u00f6sung finden wird, bleibt offen. Es gibt eben keine historischen Blaupausen f\u00fcr dieses Experiment.<\/p>\n<p>Vielleicht gelingt es den Zentralbanken, das mit faulen Krediten belastete Geld dort verschwinden zu lassen, wo es herkam: n\u00e4mlich im Nichts. Dazu kaufen die \u201eW\u00e4hrungsh\u00fcter\u201c die kritischen Schuldpapiere (z.B. Staatsanleihen) zun\u00e4chst am Markt auf, was seit Jahren umf\u00e4nglich praktiziert wird. Der Staat wird dabei \u00fcber unterschiedliche staatliche Institutionen de facto zugleich Schuldner und Gl\u00e4ubiger. Dann stellt der Gl\u00e4ubiger den Schuldner frei von der Schuldentilgung. Dazu k\u00f6nnte man sich beispielsweise zun\u00e4chst auf eine willk\u00fcrliche Laufzeitverl\u00e4ngerung einigen, um die Schulden dann in Jahrzehnten vom Schuldendienst g\u00e4nzlich zu befreien. Bei der Zinslast einigt man sich schlie\u00dflich auch einvernehmlich auf eine finanzierbare Gr\u00f6\u00dfe nahe Null.<\/p>\n<p>In diesem Szenario des Schreckens ohne Ende w\u00fcrden so zahlreiche \u00f6ffentliche Haushalte \u00fcber Wasser und mindestens genauso viele \u201esystemrelevante\u201c private Institute k\u00fcnstlich am Leben gehalten werden. In der Zwischenzeit, so die Hoffnung, sollte die wirtschaftliche Entwicklung ausreichend positiv verlaufen und ein Strukturwandel gelingen. Um dieses Szenario zu erm\u00f6glichen, braucht es aber zumindest eins &#8211; Sie ahnen es vielleicht schon? Neues Geld! Und das k\u00f6nnen die Zentralbanker eben ohne Limit aus dem Nichts schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Mein Basisszenario: Schrecken ohne Ende!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber den Anleihekauf kommt das Geld in den Kreislauf, sickert quasi durch die Ebenen und f\u00fchrt zur Inflation. Bisher k\u00f6nnen wir lediglich eine ausgepr\u00e4gte Inflation bei den Verm\u00f6genspreisen feststellen. Wenn Sie in einem Ballungsraum wohnen und sich f\u00fcr die Immobilie interessieren, wissen Sie, von was ich gerade schreibe.<\/p>\n<p>Diese Inflation, auf Neudeutsch auch Asset-Price-Inflation genannt, wird voranschreiten und die Verm\u00f6genspreise in diesem Szenario mit Schwankungen weiter in die H\u00f6he treiben. F\u00fcr den k\u00fcnftigen Immobilieninvestor werden aus 3 % Mietrendite dann 1 % Mietrendite vor Steuern. Der Aktieninvestor wird sich statt mit 3 % Dividendenrendite mit nur 1 % vor Steuern zufrieden geben m\u00fcssen. Doch wer heute schon investiert ist, wird sein Verm\u00f6gen nominal ordentlich steigern und real erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der ver\u00e4ngstigte Tagesgeldsparer mit 0,1 bis 0,5 % Tagesgeldzins heute, wird auch auf diese lausige Entlohnung noch verzichten m\u00fcssen. Sein Tagesgeld profitiert von gar nichts! Welchen Weg die Zentral-banken auch einschlagen, die Geldhaltung auf dem Tagesgeldkonto wird zum Verlustkonzept werden.<\/p>\n<p>Und dieses Szenario des Schreckens ohne Ende gewinnt seinen Schrecken erst durch die R\u00fcckkehr der Konsumg\u00fcterinflation. Erste Anzeichen, gerade mit Vorlauf in den USA, sind klar erkennbar. Die unver\u00e4nderte Lebensf\u00fchrung wird pl\u00f6tzlich von einer zur n\u00e4chsten Periode um 2, 3 oder 4 % teurer. Dann wird der Tagesgeldsparer durch die finanzielle Repression der Notenbanker schrittweise real enteignet. Steuer- und Abgabenerh\u00f6hungen jedweder Form zur Refinanzierung der \u00fcberschuldeten \u00f6ffentlichen Haushalte im vereinigten Europa aus den ersparten privaten Verm\u00f6gen runden dieses Szenario ab. Dieser Prozess gleicht einer Enteignung bzw. einem Sozialismus durch die Hintert\u00fcr!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Wo stehen wir aktuell?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Verschuldung der Staaten (USA 108 %, Eurozone 92 %, Japan 250 % vom BIP) w\u00e4chst weiter, aber ihre Nettoschulden (USA 95 %, Eurozone 82 %, Japan 176 % vom BIP), also abz\u00fcglich der Anleihek\u00e4ufe ihrer eigenen Notenbanken, stabilisieren sich. Das mit den Ma\u00dfnahmen der Zentralbanken verbundene Niedrig-zinsumfeld bereitet den Versorgungseinrichtungen (Pensionskassen, Versicherungen, etc.) zunehmend existenzielle Probleme. Bei zahlreichen Banken kommt das auf einen Berg hauseigener Sorgen oben drauf. Es steht zu vermuten, dass einige Banken in absehbarer Zeit ihre Zahlungsf\u00e4higkeit verlieren werden und es zu Bail-in und (Teil-)Verstaatlichungen kommen wird.<\/p>\n<p>Bedingt durch h\u00f6here Lohnabschl\u00fcsse und eines sich wieder stabilisierten \u00d6lpreises nimmt der Druck auf die Inflation allm\u00e4hlich zu, vor allem in den USA mit aktuell 1,5 %. Mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit wird es auch deshalb im Dezember zur US-Leitzinserh\u00f6hung kommen. Steigende Inflation und steigende Zinsen sind eine gef\u00e4hrliche Mischung und waren urs\u00e4chlich f\u00fcr alle gro\u00dfen Crashs der letzten 50 Jahre. Wir beobachten seit Wochen sehr aufmerksam das B\u00f6rsenmomentum, um bei Bedarf den Aktienanteil tempor\u00e4r deutlich zu senken. Aktien bleiben trotz dieser Risiken perspektivisch wichtig, denn eine echte Zinswende werden wir auf absehbare Zeit nicht erleben. Die sichere Geldanlage in die 10j\u00e4hrige Bundes-anleihe brachte zuletzt im Oktober zeitweise -0,2 % Zinsen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Aktivit\u00e4t und Augenma\u00df sind gefragt!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Ausgang des laufenden geldpolitischen Experiments bleibt ungewiss. Das Vor-Sich-Her-Schieben gr\u00f6\u00dferer Tagesgeldbetr\u00e4ge ist aber keine L\u00f6sung, sondern Ausdruck von Kapitulation vor den aktuellen Bedingungen, die uns umgeben! Man sollte stattdessen mit seinem Verm\u00f6gen eine Strategie verfolgen, die sowohl einen Crash als auch ein Weiter-So ber\u00fccksichtigt. Ein individueller Mehrpunkteplan ist auszuarbeiten. Folgende ausgew\u00e4hlte Aspekte sollten dabei aber grunds\u00e4tzlich beachtet werden:<\/p>\n<ol>\n<li>Gute Sachwerte sind f\u00fcr den stabilen und nachhaltigen Verm\u00f6genserhalt besser geeignet als Geldwerte.<\/li>\n<li>Gezielte Diversifikation vernichtet unn\u00f6tig hohe Risiken.<\/li>\n<li>Adressen mit fragw\u00fcrdiger Bonit\u00e4t sind beim Geldverleihen \u00fcber Anleihen oder Tages- und Festgeld-konten zu meiden.<\/li>\n<li>Kredite zum aktuellen Zinsniveau ergeben dann einen Mehrwert, wenn sie mit m\u00f6glichst rentierlichen Kapitalanlagen verkn\u00fcpft werden, die nachhaltige und ausreichend hohe Cash-Flows mit Puffer liefern.<\/li>\n<li>Auch die Aktie geh\u00f6rt als wichtiger Renditelieferant in das Portfolio. Mit diesen Anlagen sollte aber unbedingt ein Risikomanagement verbunden sein. \u00dcber unser Risikomanagement erfahren Sie mehr in diesem Video: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/qJzjulUaSms\">https:\/\/youtu.be\/qJzjulUaSms<\/a> (8 Minuten); <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6X_eRBl91r8\">https:\/\/youtu.be\/6X_eRBl91r8<\/a> (20 Minuten).<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Fazit<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es ist durchaus realistisch, dass wir eine schockartige Depression wie in den 1930er Jahren nicht erleben werden. Die Zentralbanken werden uns eher das eben beschriebene Szenario bescheren, das uns jedoch einige Jahre l\u00e4nger begleiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie immer es weitergeht, die aktuellen Rahmenbedingungen f\u00fcr Ihr Verm\u00f6gen sind jedenfalls durchaus diffizil. Kapitulieren Sie aber blo\u00df nicht und schieben dauerhaft Cash vor sich her. Erstellen Sie stattdessen Ihre pers\u00f6nliche Finanzstrategie, die die oben aufgef\u00fchrten Aspekte mit Ihrer pers\u00f6nlichen Lebensplanung kombiniert!<\/p>\n<p><strong>Wir stehen Ihnen f\u00fcr Ihre Verm\u00f6gensausrichtung bereit.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>J\u00f6rg Haldorn, CFP<\/p>\n<p>Hofheim am Taunus im November 2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Mehr zur \u00d6sterreichischen Schule der National\u00f6konomie erfahren Sie unter <a href=\"http:\/\/www.misesde.org\/?cat=38\">http:\/\/www.misesde.org\/?cat=38<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, das Leben auf unserem Planeten funktioniert nach gewissen Regeln bzw. nat\u00fcrlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. So gibt es nat\u00fcrliche Rhythmen, zum Beispiel von Tag und Nacht oder dem Wechsel der Jahreszeiten. Beide werden von der Sonne gepr\u00e4gt. 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