{"id":2103,"date":"2016-04-20T13:51:18","date_gmt":"2016-04-20T13:51:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zaldor.de\/?p=2103"},"modified":"2016-04-20T13:51:18","modified_gmt":"2016-04-20T13:51:18","slug":"maechtig-druck-im-europaeischen-kessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/2016\/04\/20\/maechtig-druck-im-europaeischen-kessel\/","title":{"rendered":"M\u00e4chtig Druck im europ\u00e4ischen Kessel!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,<\/strong><\/p>\n<p>in diesen Tagen ist es alles andere als langweilig im vereinten Europa! Es ist bildhaft ausgedr\u00fcckt \u201erichtig Druck auf dem Kessel\u201c. Zahlreiche Themen und die teils sehr unterschiedlichen Auffassungen in den Nationalstaaten lassen den Beobachter erahnen, dass der innere Zusammenhalt der Europ\u00e4ischen Union merklich an Stabilit\u00e4t verliert.<\/p>\n<p>Die fortbestehende Kluft zwischen der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Mitgliedsstaaten, die Fl\u00fcchtlingskrise, das Ukraine-Referendum in den Niederlanden, die Auswirkungen der Geldpolitik der Europ\u00e4ischen Zentralbank und das im Juni mit Spannung erwartete EU-Referendum in Gro\u00dfbritannien bergen allerhand Sprengstoff f\u00fcr den dauerhaften Zusammenhalt des Gebildes Europ\u00e4ische (W\u00e4hrungs-)Union. Dar\u00fcber hinaus steht Europa im Visier des Terrors. Diese allgemeine Bedrohungslage ist jedoch derzeit wohl das st\u00e4rkste bindende Element f\u00fcr den Zusammenhalt der V\u00f6lker Europas.<\/p>\n<p><strong><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2126\" src=\"https:\/\/www.zaldor.de\/wp-content\/uploads\/EU-Krise-Baustelle-Europaeische-Union-300x188.jpg\" alt=\"EU Krise, Baustelle Europa\" width=\"600\" height=\"375\" \/>Zunehmende Meinungsdivergenz zwischen B\u00fcrgern und Politikern<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die europapolitische Logik der vergangenen Jahre \u201eWas nicht zusammenpasst, wird einfach passend gemacht!\u201c droht nachhaltig nicht aufzugehen. Die w\u00e4hlenden B\u00fcrger suchen zusehends Parteien, die ihnen den Schutz versprechen, den die etablierten Parteien ihnen nicht zu geben bzw. nehmen scheinen. In der Mitte des B\u00fcrgertums, gerade unter den seitens der Politiker vielzitierten Leistungstr\u00e4gern, macht sich das Gef\u00fchl breit, dass die eigenen Interessen und Bed\u00fcrfnisse im europ\u00e4ischen Zentralismus zu wenig Ber\u00fccksichtigung finden und dass dieses Polit- und Geldsystem keines ist, das dem B\u00fcrger dient.<\/p>\n<p>Dem beharrlich verfolgten politischen Trend der europ\u00e4ischen Zentralisierung steht der Meinungstrend im B\u00fcrgertum zu mehr Dezentralisierung, sprich nationaler Souver\u00e4nit\u00e4t, und Protektionismus bzw. Rechtssicherheit entgegen. Daraus ergibt sich eine \u00fcberaus spannende Divergenz. Auf die mediale Unterst\u00fctzung allein sollten sich die etablierten Parteien nicht mehr verlassen, wie die Wahlergebnisse der AfD in Deutschland zeigen. Aber auch Apelle, wie jener des EU-Parlamentspr\u00e4sidenten Martin Schulz (SPD), die Regierungschefs sollten st\u00e4rker darum k\u00e4mpfen, das Herz der Menschen zu erreichen, gehen in die falsche Richtung. Vielmehr sollten die politischen Entscheider den Verstand ihrer W\u00e4hler nicht untersch\u00e4tzen!<\/p>\n<p>Spannend ist diese Divergenz besonders deshalb, weil ihre Aufl\u00f6sung durch eine R\u00fcckbesinnung auf mehr nationale Souver\u00e4nit\u00e4t ja nicht kurzfristig zu mehr Sicherheit und Ruhe f\u00fchren w\u00fcrde, sondern im Gegenteil den europ\u00e4ischen Kessel zur Implosion f\u00fchren k\u00f6nnte. Am Beispiel des Euro werde ich das verdeutlichen.<\/p>\n<p><strong><em>Offener Widerstand gegen die Geldpolitik der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB)<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Leitzinsen von 0,0 %, Einlagenzinsen von -0,4 % und immer massivere Anleihek\u00e4ufen der EZBvermitteln den Eindruck, dass das Instrumentarium der Geldpolitik bald aufgebraucht sein k\u00f6nnte. In den vergangenen Jahren waren es noch die Proteste einer zwar Aufsehen erregenden aber doch \u00fcberschaubaren Gruppe rund um Blockupy. Inzwischen hat sich der offene Widerstand signifikant ausgeweitet. Bundesfinanzminister Sch\u00e4uble \u00e4u\u00dfert \u00f6ffentlich sein Missfallen \u00fcber die Nullzinssituation und k\u00fcndigt Gespr\u00e4chsbedarf an, obwohl gerade er einer der gro\u00dfen Profiteure dieser Zinspolitik ist. Finanz- und Versicherungswirtschaft sehen ihre zuk\u00fcnftige Gesch\u00e4ftsgrundlage bedroht. Noch nie war die Kritik der Banken, Versicherer und Bausparkassen so laut und einstimmig wie aktuell. Nikolaus von Bombard etwa, Vorstandschef der M\u00fcnchener R\u00fcck, sieht \u201ein der verh\u00e4ngnisvollen Zinspolitik der EZB\u201c das \u201eEnde der Geldpolitik\u201c gekommen und beklagt eine \u201eErosion des Rechts\u201c.<\/p>\n<p>Nach meiner eigenen Auffassung ist diese Erosion seit geraumer Zeit im Gange und hat inzwischen nur eine neue Qualit\u00e4t erreicht. Sparer, die meinen, Eigent\u00fcmer von Geldguthaben zu sein, sind es per se schon lange nicht mehr. Sie sind lediglich Gl\u00e4ubiger in einem Geldsystem mit 1 % Mindestreservesatz gegen\u00fcber Schuldnern (z.B. Banken im Fall von Kontoguthaben), deren Bonit\u00e4t aufgrund der immens angewachsenen Verschuldung immer schw\u00e4cher geworden ist.<\/p>\n<p>Wer nicht gutgl\u00e4ubig genug f\u00fcr das Funktionieren der staatlichen Einlagensicherung ist und diesem Ausfallrisiko entgehen m\u00f6chte, trotzdem aber kurzfristig Geld vorhalten will, dem bieten sich kurzlaufende Bundesanleihen als sicherer Hafen. Doch der Preis f\u00fcr diese Sicherheit ist hoch mit einer Rendite von knapp -0,5 %<sup>1<\/sup>. Ein weiterer Ausweg besteht in der Bargeldhaltung im Tresor. Letztere Variante gewinnt an Attraktivit\u00e4t, auch bei der M\u00fcnchener R\u00fcck. \u201eWir testen das jetzt einmal\u201c, so von Bombard. Da ist es nicht verwunderlich, dass die EZB diesem \u201eTerror\u201c einen ersten Riegel vorschieben m\u00f6chte und festentschlossen ist, den 500-Euro-Schein abzuschaffen.<\/p>\n<p>Neben Finanzminister Sch\u00e4uble ergreift l\u00e4ngst auch die politische Linke Opposition gegen die EZB-Politik der Nullzinsen und Versuche, die Bargeldfreiheit einzud\u00e4mmen. Die Authentizit\u00e4t dieser Position befindet sich allerdings auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau wie der aktuelle Leitzins! Denn Ausgangspunkt dieser misslichen Situation rund um unser Geld ist ihr eigenes Gedankenkonstrukt der Wohlfahrtssch\u00f6pfung und Umverteilung im Namen der Gleichheit und Gerechtigkeit auf Kosten der Leistungserbringer. In der politischen Kultur des Sowohl-als-auch sind der argumentativen Willk\u00fcr aber l\u00e4ngst keine Grenzen mehr gesetzt.<\/p>\n<p><strong><em>Die Kosten der EZB-Politik<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ein Blick auf den Zustand des europ\u00e4ischen Rentenmarktes zeigt das Schadenausma\u00df dieser Geldpolitik wohl am besten. Im Januar 2012 waren Geldmarktpapiere des Bundes mit einer Laufzeit von sechs Monaten erstmals mit negativen Zinsen versehen. -0,01 % Zinsen akzeptierten Anleger, um ihr Geld in Bundespapieren zu sichern. Das Staunen \u00fcber dieses scheinbar nur vor\u00fcbergehende Paradoxon war gro\u00df. Doch im April 2016 zahlen die Anleger dem deutschen Staat vier Jahre sp\u00e4ter sogar -0,47 % Zinsen, um ihm Geld f\u00fcr ein halbes Jahr verleihen zu d\u00fcrfen. Erst eine Geldleihe von 10 Jahren erm\u00f6glicht heute einen positiven Zins knapp \u00fcber null. Jegliche Inflation f\u00fchrt aber in den realen Verlust. Wer sein Verm\u00f6gen lieber in realen Werten wissen m\u00f6chte, um auch realen Verlusten vorzubeugen, der braucht gleicherma\u00dfen Zeit, um zum Beispiel das Schwankungsrisiko bei Aktien verl\u00e4sslich zu handeln.<\/p>\n<p>Dass dieses Nullzinsumfeld, als langfristiges Resultat eines ungedeckten Geldsystems, ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, wird in den kommenden Jahren noch an den Versorgungs\u00adsystemen, wie den Pensionskassen, sichtbar werden. Die Kombination aus allm\u00e4hlich auslaufenden Zinspapieren mit noch h\u00f6heren Zinskupons und der Wiederanlage zu diesem Marktzinsniveau wird zu einem erheblichen Absinken der Rentenleistungen f\u00fchren m\u00fcssen. Niedrigere Renten und\/ oder sp\u00e4tere Rentenbeginne werden das konkret bedeuten.<\/p>\n<p>Und schon einmal vorbeugend f\u00fcr die kommenden politischen Apelle: Nein, das sind keine Argumente f\u00fcr eine umlagefinanzierte Gesetzliche Rentenversicherung! Dieses Modell ist noch sch\u00e4dlicher, da es nur noch per Kredit finanzierbar ist und auf Kosten zuk\u00fcnftiger Rentengenerationen gehen wird! Aus welcher Perspektive man es auch betrachtet, dieser Euro wird uns eine geh\u00f6rige Portion Lebenszeit kosten und damit auch die Freiheit, selbige durch getane Arbeit und Ersparnisse gestalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Euro-Konzept h\u00e4lt uns dar\u00fcber hinaus noch weitere unangenehme \u00dcberraschungen bereit. Bislang sind es im Wesentlichen die fehlenden Zinsen, die uns Geld kosten. Was aber wird erst sein, wenn es nicht mehr ausreichen wird, dass die EZB die Zinsen derart niedrig h\u00e4lt, damit die systemrelevanten Schuldner in Italien oder Spanien ihren Kapitaldienst weiter zahlen k\u00f6nnen? Ist die EZB mit ihrem Instrumentarium dann auch in der Lage, diese Ausf\u00e4lle zu tragen &#8211; technisch und buchhalterisch ginge das. Oder kommt es dann zum Haftungsfall des Steuerzahlers und es geht so richtig an unser Eingemachtes? Diesen Lackmustest k\u00f6nnten die italienischen Banken bald bieten.<\/p>\n<p><strong><em>Die Ursachen der europ\u00e4ischen Krise<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Als die Euro-Party vor Ausbruch der Kredit- und Finanzkrise am Laufen war, waren alle \u201ehappy together\u201c. Die Peripheriel\u00e4nder hatten alle Zugang zu billigem Kredit, haben damit mehr oder weniger nachhaltige Investitionen und Wahlgeschenke get\u00e4tigt, und die Kernl\u00e4nder waren Profiteure einer gewachsenen W\u00e4hrungszone und nahmen den relativ schwachen Euro f\u00fcr ihre Exporte dankbar mit. Die Party ist l\u00e4ngst vorbei. Das billige Geld stiftete allerhand Anreize f\u00fcr unwirtschaftliche Ausgaben und die Verschuldung dr\u00fcckt nun auf die Staatshaushalte. Was sich nicht ge\u00e4ndert hat, ist die gro\u00dfe Heterogenit\u00e4t der Euro-Mitgliedsstaaten. Teilnehmer mit v\u00f6llig andersartiger Wettbewerbsf\u00e4higkeit, unterschiedlicher Mentalit\u00e4t und ungleichen Bed\u00fcrfnissen sehen sich verkatert gegen\u00fcber. Was sie noch eint, ist dasselbe gro\u00dfe Problem: die \u201ePartydroge\u201c Euro, der sie aufgesessen sind und deren Entzug sie f\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Den Griechen gelingt es nicht von ihr wegzukommen, weil sie ihre Schulden in einer neuen Drachme nie zur\u00fcckzahlen werden k\u00f6nnen und soziale Unruhen zu erwarten w\u00e4ren. Die Deutschen h\u00e4tten bei einem Euro-Absetzen schlagartig mit signifikant h\u00f6heren Exportpreisen zu k\u00e4mpfen und ganz erhebliche Abschreibungen auf ihre Kreditpositionen au\u00dferhalb Deutschlands. Kurzfristig w\u00fcrde ein Entzug allen richtig weh tun!<\/p>\n<p>Die positiven Aspekte sind den negativen Folgen dieser wirtschaftspolitisch motivierten Schicksals\u00adgemeinschaft l\u00e4ngst gewichen. Die Griechen wollen sich nicht vorschreiben lassen, wann sie in Rente gehen d\u00fcrfen und auf was sie steuern zu zahlen haben. Die Deutschen wollen den Griechen nicht ihre Rente finanzieren oder ihre Steuerzahlungen abnehmen. Griechen und Deutsche stehen hier nur sinnbildlich f\u00fcr andere Nehmer- bzw. Geberl\u00e4nder und der Unmut aller ist nur zu gut nachvollziehbar. Denn allen kostet die Zwangsjacke Euro schlussendlich Freiheit.<\/p>\n<p>Der politische Plan der Schaffung von wirtschaftlicher Gleichheit und Wahrung der Freiheit zugleich wird die ewige Illusion eines jeden Zentralplaners bleiben.<\/p>\n<p><strong><em>Wie lange h\u00e4lt der Kessel dem Druck noch stand?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Vertreter des Eurosystems in Br\u00fcssel und Frankfurt (EZB) k\u00e4mpfen mit aller Macht weiter um den Zusammenhalt. Doch die Akzeptanz im Volk schwindet, wie es das niederl\u00e4ndische Ukraine-Referendum oder die Wahlerfolge eurokritischer Parteien zeigen. Sofern die Briten im Juni tats\u00e4chlich f\u00fcr den Austritt aus der EU stimmen sollten, k\u00f6nnte das zum politischen Dammbruch werden.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Hebel in Richtung Zusammenhalt hat bislang die EZB bewegt. Sie hat die \u201eDroge\u201c Euro \u00fcberall dort hin verteilt, wo sie knapp wurde und hat sie so billig gehalten, dass sie bezahlbar blieb. Die Wirksamkeit dieses Mittels l\u00e4sst aber, ob des \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konsums, immer mehr nach und die Nebenwirkungen (Schw\u00e4chung der Versicherungs- und Finanzwirtschaft sowie der Versorgungs\u00adsysteme und Sparer) zeigen langsam bedenkliche Symptome. Anreize zu strukturellen Ver\u00e4nderungen<\/p>\n<p>zu Gunsten einer h\u00f6heren Wettbewerbsf\u00e4higkeit hat die EZB damit sicher nicht kreiert. Wenn sich mit einer solchen Geldpolitik nachhaltig Wohlstand schaffen lie\u00dfe, m\u00fcsste es l\u00e4ngst eine afrikanische Zentralbank geben!<\/p>\n<p>Die EZB k\u00f6nnte im gro\u00dfen Stil nun noch Bankanleihen kaufen, bestimmte Staatsschulden zins- und tilgungsfrei stellen oder gar Helikoptergeld \u00fcber das Volk abwerfen. Die Akzeptanz ihrer Ma\u00dfnahmen ist aber bereits jetzt an Limits gesto\u00dfen und man darf durchaus den Eindruck haben, dass diese Erkenntnis auch bei Draghi &amp; Co. schrittweise Einzug h\u00e4lt. Der Hilferuf von Draghi geht bereits in Richtung der Regierungschefs und beinhaltet die Forderung nach einem zeitnahen und umf\u00e4nglichen Infrastruktur-Masterplan zur Stimulierung der Konjunktur. Unterst\u00fctzung erf\u00e4hrt er von den Gesinnungsgenossen des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF).<\/p>\n<p>Die kreditfinanzierte Planwirtschaft erreicht dann das n\u00e4chste Level bzw. chinesische Verh\u00e4ltnisse. Die Staatsschuldenst\u00e4nde werden jedenfalls dadurch nicht sinken und eine Zinswende, wie sie seit Jahren in der Finanzwirtschaft erwartet wird, ist damit bis auf weiteres schwer vorstellbar. Au\u00dferdem ist es sehr fraglich, ob dadurch ausreichend Produktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit gesteigert werden k\u00f6nnen. Es ist bereits ausreichend billiges Geld im Bankensystem vorhanden, um derartige Projekte finanzieren zu k\u00f6nnen, wenn sie denn fruchtbaren Boden, sprich Rentabilit\u00e4t, versprechen w\u00fcrden!<\/p>\n<p><strong><em>Wie sollten die Ma\u00dfnahmen im Verm\u00f6gen aussehen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es gibt ausreichend Anlass in den kommenden Monaten sehr wachsam zu bleiben, wohin sich Europa entwickelt und wie es gelingt, Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Daran h\u00e4ngt, ob die hohen Schuldenst\u00e4nde weiter tragbar bleiben und wie die politische Motivation der Schuldenfinanzierung aussehen werden. Ein Auseinanderbrechen des Euros bzw. der Europ\u00e4ischen Union h\u00e4tte jedenfalls kurzfristig enorme Auswirkungen auf unser Leben und Verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Unser Wirtschafts- und Finanzsystem befindet sich zwar in enormer Abh\u00e4ngigkeit vom billigen Geld und es schlummern gro\u00dfvolumig faule Kredite in den Bilanzen, doch es gibt selektiv noch gen\u00fcgend Anlagem\u00f6glichkeiten, die Stabilit\u00e4t im Verm\u00f6gen schaffen. Auf diese Alternativen sollten wir uns konzentrieren, anstatt uns in unsicheren Prognosen zu \u00fcben, wann \u201edie Bombe platzen k\u00f6nnte\u201c.<\/p>\n<p>Als Investor sollten wir uns zun\u00e4chst global ausrichten und nicht alles auf Deutschland oder den Euro setzen. Mit globaler Perspektive zeigen sich dann auch noch bonit\u00e4tsstarke Schuldner im OECD-Raum, die attraktive Zinsen auf ihre sicheren Anleihen zahlen. Das Wechselkursrisiko gilt es hier abzusichern. Desweiteren finden sich sehr zahlreich stabile und innovative Gesch\u00e4ftsmodelle auf Unternehmensebene, die Aktien empfehlenswert werden lassen.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb des B\u00f6rsengeschehens identifizieren wir weiterhin Realwerte, die unseren Investitions\u00adkriterien entsprechen und mit vielversprechenden Chance-Risiko-Verh\u00e4ltnissen aufwarten. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Discounterm\u00e4rkte, Infrastrukturprojekte und selektiv auch nach wie vor die Wohnimmobilie. Der hohe Verschuldungsgrad manches institutionellen Investors bietet sogar au\u00dfergew\u00f6hnliche Anlageopportunit\u00e4ten f\u00fcr Distressed-Investments im Immobilienbereich.<\/p>\n<p>F\u00fcr all diejenigen, die weder Vertrauen in den Euro, noch in irgendein Management haben k\u00f6nnen, bleibt das finale, schuldenfreie Geld: Gold.<\/p>\n<p>Unsere \u00dcberzeugung lautet: \u201eDie richtige Mischung macht\u2019s!\u201c Und die richtige Mischung f\u00e4llt individuell sehr unterschiedlich aus. Doch dabei gilt f\u00fcr uns in der heutigen Zeit stets die Maxime: \u201eSo viel Realwert wie m\u00f6glich und so viel Geldwert wie n\u00f6tig!\u201c<\/p>\n<p><strong>Wir stehen Ihnen f\u00fcr Ihre Verm\u00f6gensausrichtung bereit.<\/strong><\/p>\n<p>J\u00f6rg Haldorn, CFP<\/p>\n<p>Hofheim am Taunus im April 2016<\/p>\n<p><sup>1<\/sup> Diese Angabe entspricht der derzeitigen Rendite eines Schuldtitels des Bundes mit halbj\u00e4hriger Laufzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, in diesen Tagen ist es alles andere als langweilig im vereinten Europa! Es ist bildhaft ausgedr\u00fcckt \u201erichtig Druck auf dem Kessel\u201c. Zahlreiche Themen und die teils sehr unterschiedlichen Auffassungen in den Nationalstaaten lassen den Beobachter erahnen, dass der innere Zusammenhalt der Europ\u00e4ischen Union merklich an Stabilit\u00e4t verliert. 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