{"id":2112,"date":"2015-05-13T14:27:00","date_gmt":"2015-05-13T14:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zaldor.de\/?p=2112"},"modified":"2015-05-13T14:27:00","modified_gmt":"2015-05-13T14:27:00","slug":"unwissen-halbwissen-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/2015\/05\/13\/unwissen-halbwissen-wissen\/","title":{"rendered":"Unwissen, Halbwissen, Wissen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,<\/strong><\/p>\n<p>Wissen ist Quelle f\u00fcr beruflichen Erfolg und Basis f\u00fcr individuellen Wohlstand. Das \u201erichtige\u201c Wissen \u00fcber Geldangelegenheiten sichert und steigert den Wohlstand und f\u00fchrt schneller zur finanziellen Unabh\u00e4ngigkeit. Doch auf welches Wissen und auf wen kann man sich dabei verlassen? Was ist eigentlich echtes Finanzwissen und was ist m\u00f6glicherweise nur \u201egef\u00e4hrliches\u201c Halbwissen?<\/p>\n<p><strong>Unwissende und Propheten <\/strong><\/p>\n<p>Wir alle haben wohl schon einmal \u00fcber die Formulierung \u201eWissen ist Macht! Nichts wissen macht auch nichts!\u201c geschmunzelt und dabei gewusst, dass das sehr wohl etwas macht: n\u00e4mlich in letzter Konsequenz unfrei und abh\u00e4ngig von denen, die wissen.<\/p>\n<p>Eine ungleiche Wissensverteilung ist gerade in Geldthemen signifikant ausgepr\u00e4gt und f\u00fchrt &#8211; welch \u00dcberraschung &#8211; unmittelbar zu einer ungleichen Verteilung des Geldes in der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Wenn wir im Folgenden Unwissen, Halbwissen und Wissen untersuchen, ist es wichtig, den Zeitaspekt zu integrieren. Wissen leitet sich immer aus Vergangenem ab, das in der Gegenwart richtig angewandt, zum Erfolg f\u00fchrt. Problematisch wird es aber immer dann, wenn man Wissen anzuwenden versucht, um zuk\u00fcnftige Entwicklungen zu antizipieren &#8211; wie es bei Investmententscheidungen Usus ist. An dieser Stelle scheitert auch der vermeintlich wissende Experte in aller Regelm\u00e4\u00dfigkeit.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich stellen sich einem zwei L\u00f6sungsans\u00e4tze: Entweder man greift auf bew\u00e4hrte Regeln zur\u00fcck oder man stellt eine Prognose \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung auf. Doch dieses Unterfangen \u00a0\u00e4hnelt dem Blick in die gl\u00e4serne Kugel und verlangt die g\u00f6ttliche Gabe der Prophezeiung.<\/p>\n<p>Im Bereich der Investmentindustrie, der \u00d6konomen und Wirtschaftsforscher &#8211; manche im Staatsdienst werden sogar als Wirtschaftsweise bezeichnet &#8211; gibt es diese scheinbar bef\u00e4higten Prognostiker zuhauf. Oder haben wir es vielmehr mit gef\u00e4hrlicher Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung zu tun? Der Harvard-\u00d6konom J.K. Galbraith formulierte in dieser Fragestellung mit erfrischender Offenheit \u00fcber seine eigene Zunft: \u201eEs gibt zwei Arten von Leuten, die die Zukunft vorhersagen: jene die nichts wissen, und jene, die nicht wissen, dass sie nichts wissen!\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unwissen<\/strong><\/p>\n<p><em>Das allgemeine Geld-Unwissen am Beispiel des EZB-Kapitalismus<\/em><\/p>\n<p>Die unterlassene staatliche Finanzbildung f\u00fchrt zu einem durchaus weit verbreitetem Unwissen rund um unser Geld und zu immer skurrileren \u00f6ffentlichen Meinungen und Verhaltensweisen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Menschenmengen gehen heutzutage auf die Stra\u00dfe und protestieren gegen den Kapitalismus der Zentralbanken, wie der EZB. Das heutige Geldsystem wird in der gesellschaftlichen Breite als kapitalistisch wahrgenommen und gebrandmarkt. Doch haben Zentralbanken in etwa so viel mit Kapitalismus zu tun, wie Erich Honecker mit der freien Marktwirtschaft.<\/p>\n<p>In aller K\u00fcrze: Echter Kapitalismus bedeutet F\u00f6rderung und Schutz des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eigentum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Privateigentums<\/a> an den Geld- und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Produktionsmittel\">Produktionsmitteln<\/a> und Steuerung von Angebot und Nachfrage aus den menschlichen Pr\u00e4ferenzen heraus \u00fcber den freien <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Markt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markt<\/a>. Die freie Preisbildung ist dabei die Regelgr\u00f6\u00dfe dieses nat\u00fcrlichen Organismus. Aufgabe des Staates ist es, diesen Freiheitsgrad gegen zu starke Akkumulation Einzelner in Richtung Monopol zu sch\u00fctzen. Das ist echter Kapitalismus!<\/p>\n<p>Die EZB hat, im Gegenteil dazu, genau jenes Monopol auf die Geldproduktion und setzt den Preis f\u00fcr Geld (namens Zins) zentral fest. Deshalb hei\u00dft sie ja auch <u>Zentral<\/u>bank. Das ist sozialistische Geld-Planwirtschaft und genau das Gegenteil von Kapitalismus! Ihr Handeln folgt den gleichen Prinzipien wie der Trabbi-Produktion in der ehemaligen DDR.<\/p>\n<p><strong><em>Das Unwissen der scheinbar wissenden Finanzmarktexperten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Kommen wir noch einmal auf den Zeitaspekt des Wissens zur\u00fcck, denn er hat enorme Auswirkungen auf Ihren pers\u00f6nlichen Anlageerfolg. Es gibt ohne Zweifel zahlreiche sehr intelligente und gebildete Menschen in der Finanzbranche, die sich direkt oder indirekt mit den Kapitalm\u00e4rkten besch\u00e4ftigen, potentielle Anlage-Opportunit\u00e4ten suchen und dabei enormes Research vereinen. Doch wenn es um\u00a0 die Treffsicherheit ihrer Prognosen geht, bleibt ihr Erfolg sehr \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p>So offenbaren Ex-post-Analysen regelm\u00e4\u00dfig, dass der Gro\u00dfteil der Wirtschaftsforscher-Prognosen fern ab der Realit\u00e4t liegt. Das gleiche gilt f\u00fcr die Marktprognosen der Investmentmanager. Entsprechende Ergebnisse hinterlassen sie bei den Anlegern. Also: Vorsicht vor allzu sicheren Prognosen, egal wie viel \u00dcberzeugung aus den Brustt\u00f6nen dieser Experten mitschwingt!<\/p>\n<p>Regelrecht gef\u00e4hrlich wird es dann, wenn Journalisten-Experten die Investment-Experten in Rankings zu Siegern k\u00fcren. Der Anleger glaubt nun, die Wissenden gefunden zu haben und kauft die umjubelten Sieger regelm\u00e4\u00dfig in sein Depot.<\/p>\n<p>Das Resultat wird sein, dass dieser \u201eFinanztest-Anleger\u201c mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit zu den Verlierern geh\u00f6ren wird. Zun\u00e4chst handelt er zyklisch und dann kommt auch noch Pech dazu: Analysen von Mehrjahreszeitr\u00e4umen diverser Fondstypen offenbaren, dass es &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; nur ganz wenige Fondsmanager schaffen, sich dauerhaft in der Spitze festzusetzen.<\/p>\n<p>Achten Sie in Zukunft doch einmal auf die \u00dcberschriften derartiger Artikel in Ihrer Tageszeitung. Der Inhalt ist immer derselbe: Wieder hat es ganz \u00fcberraschend ein Newcomer bis ganz nach oben geschafft und der Sieger der Vorperiode ist stark abgeschlagen.<\/p>\n<p>Das ist nur logisch und einfach zu erkl\u00e4ren: Das globale Wissen aller Marktteilnehmer steckt bereits in den t\u00e4glichen Kursen. Das Wissen eines einzelnen Fondsmanagers (inkl. seines Teams) kann einfach auf Dauer nicht gr\u00f6\u00dfer oder besser sein als das gesamte globale Wissen, das sich heutzutage in hoher Geschwindigkeit in den t\u00e4glichen Kursbildungen niederschl\u00e4gt. Noch dazu sind die Komplexit\u00e4t und die R\u00fcckkopplungseffekte an den Kapitalm\u00e4rkten inzwischen derart angewachsen, dass ein auf Prognosen basiertes Investieren immer schwieriger wird. Private Anleger sollten deshalb nicht die Erwartungs-haltung an einen Manager haben, dass ihm das nachhaltig gel\u00e4nge.<\/p>\n<p>Unwissen in Geld- und Investmentthemen ist keine Folge mangelnder Intelligenz. Unwissen ist zum einen leider bedingt durch das fehlende Angebot an Finanzbildung und zum anderen durch die Ungewissheit \u00fcber die Zukunft. Doch es gibt sehr wohl wertvolles Investmentwissen, das sich f\u00fcr eine erfolgreiche Geldanlage nutzen l\u00e4sst!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Halbwissen<\/strong><\/p>\n<p>Die zusammengesetzten Silben \u201ehalb\u201c und \u201eWissen\u201c bringen es deutlich zum Ausdruck: Da fehlt etwas zum verl\u00e4sslichen Wissen. Wenn man sich dessen nicht bewusst ist, kann es wieder vergleichbar gef\u00e4hrlich werden, wie beim Vertrauen auf die Finanztest-gek\u00fcrten Investment-Prognostiker.<\/p>\n<p>Wir wollen uns im Folgenden auf das \u201eprofessionelle Halbwissen\u201c konzentrieren und so den Faktor fehlender Finanzbildung ausschlie\u00dfen. Es geht also um das Halbwissen der sogenannten \u201eExperten\u201c.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Gr\u00fcnde warum wir es nur mit Halbwissen zu tun haben. Erstens: Auch der Experte (samt seinem Team) kann einfach nicht \u00fcber alle aktuellen Informationen verf\u00fcgen. Es bleibt immer ein Gegenwartsdefizit an Informationen. Und zweitens kommt das bereits beschriebene Zukunfts- bzw. Prognosedefizit hinzu. Das \u201eprofessionelle Halbwissen\u201c, z.B. eines Investmentmanagers, wird aber erst dann gef\u00e4hrlich, wenn er der festen \u00dcberzeugung ist, dass sein Wissen gr\u00f6\u00dfer ist als das des gesamten Marktes und er glaubt, die Zukunft prognostizieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Wort \u201eHalbwissen\u201c ist im \u00dcbrigen keinesfalls absch\u00e4tzig zu verstehen. Es gibt einen breiten Fundus an anspruchsvollen Erkenntnissen in diesem Bereich. Die Volkswirtschaft hat u.a. starke Wirkungs-zusammenh\u00e4nge zwischen Konjunktur, Industrieproduktion, Unternehmensgewinnen bis zur Aktien-marktentwicklung identifiziert. Der OECD-Fr\u00fchindikator liefert wichtige Indizien f\u00fcr die Performance von Aktien- und Rentenm\u00e4rkten und die Inflation steht in sehr engem Kontext zur Zinsentwicklung.<\/p>\n<p>Zusammenfassend sind die meisten Volkswirte in der aktuellen Bewertung dieser Faktoren optimis-tisch f\u00fcr Aktien und verhalten pessimistisch f\u00fcr Anleihen. \u00d6lpreis und Arbeitsmarktentwicklung stimulieren den Konsum. Die Inflation kommt zwar zur\u00fcck, bleibt jedoch moderat. Der Druck auf die Zinsentwicklung und die sehr expansive Geldpolitik bleibt so insgesamt gering. Letztere ist zudem politisch stark gest\u00fctzt durch die sehr hohen Staatsschuldenst\u00e4nde, die es zu finanzieren gilt.<\/p>\n<p>Gerade die Zinsen im Euroraum versprechen sehr niedrig zu bleiben. Es wird viel neue Liquidit\u00e4t in den Markt kommen. Die Renditen anderer Anlageformen werden sich zeitverz\u00f6gert anpassen. Das deutet auf weiter steigende Immobilienpreise und Aktienkurse hin.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr in die Zukunft gerichtete Investmententscheidungen bleiben diese Erkenntnisse \u201eprofes-sionelles Halbwissen\u201c, denn mindestens ein Faktor verlangt nach einer unsicheren Prognose. Wenn man sich dessen bewusst ist, ist alles gut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wissen<\/strong><\/p>\n<p>Nach all den bis hierher m\u00f6glicherweise ern\u00fcchternden Feststellungen wollen wir einiges an hellen und bunten Farben zu diesem Bild hinzuf\u00fcgen. Denn es gibt tats\u00e4chlich echtes Wissen, das sich anwenden l\u00e4sst, um erfolgreiche Investment-Entscheidungen zu treffen!<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal ist es bereits von gro\u00dfem Wert erkannt zu haben, dass Halbwissen nur Halbwissen ist. Daraus abgeleitetes, angewandtes Wissen best\u00fcnde z.B. darin, auf mehrere Investmentmanager zu setzen, deren Strategien zum eigenen Risikoprofil passen. So lie\u00dfe sich das eigene Risiko managen.<\/p>\n<p>Wie bei der Analyse des Halbwissens wollen wir auch jetzt einen Fokus setzen und konzentrieren uns dabei auf einige Wissensaspekte, die elementar f\u00fcr die strategische Anlageverteilung sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Status Quo des Geldsystems<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zentralbanken sind ein globaler Verkaufsschlager. Das ist nur zu gut verst\u00e4ndlich, denn sie erm\u00f6glichen es ihrem Regime, ohne Limit neues Geld zu schaffen. Die Geldproduktion bedarf keiner Deckung mehr. Geld entsteht schlicht durch Aufnahme neuer Schulden. Die Schulden wachsen sukzessive an, die Zinslasten aber auch. Die Schuldner (Staaten, Banken, Unternehmen, Private Haushalte) geraten dadurch irgendwann an ihre Finanzierungsgrenze. Werden sie zahlungsunf\u00e4hig, bekommt der Geldgeber sein Geld nicht zur\u00fcck. Die Kurzfassung der Symptomatik des modernen Geldsystems beinhaltet sogleich seinen Systemfehler. Und diese schnelle Herleitung dient sowohl dem Verst\u00e4ndnis der Immobilienkrise, der Bankenkrise und der aktuellen Staatsschuldenkrise. Die Ursache ist unser Zentralbank-Geldsystem, in dem wir alle zum Handeln gezwungen sind!<\/p>\n<p>Wie geht es nun weiter? Allein die globale Staatsverschuldung ist in den letzten sechs Jahren um \u00fcber 80% angewachsen. Das Feuer der Bankenkrise wurde mit neuem \u00d6l bek\u00e4mpft. Die Schuldenkrise ist l\u00e4ngst nicht ausgestanden. Es gibt kein Zur\u00fcck mehr. Stattdessen wird der \u00d6lhahn des billigen Geldes weiter aufgedreht. In der Folge wird Geld immer weniger wert und in die Zentralbankbilanzen, als bilanzielles Spiegelbild des Geldwerts, dr\u00e4ngen immer mehr Schuldpapiere schlechterer Bonit\u00e4t.<\/p>\n<p>Dieses Wissen sollte zur strategischen \u00dcberlegung f\u00fchren, Qualit\u00e4ts-Realwerte zu ber\u00fccksichtigen und ausfallgef\u00e4hrdete Anleihen (Geldwerte) entsprechend vorsichtig zu bewerten. Wir wissen nicht, ob und wo in Zukunft Schuldenschnitte umgesetzt werden. Ebenso gut bietet die Konstruktion des Geld-systems ein Szenario von Null- oder Negativzinsen, um die Schulden dauerhaft finanzierbar zu halten.<\/p>\n<p>Doch in beiden Szenarien werden Realwerte die stabilere Basis sein, um Verm\u00f6gen real zu erhalten. Welche Anlagen f\u00fcr den Einzelnen am besten geeignet sind und in welchem Umfang sie zu nutzen sind, ist wiederrum sehr individuell zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Die Zukunft ist bislang ungewiss!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Jeder Anleger sucht nach Wissen bzw. nach den Wissenden, die \u00dcberrenditen oder gar risikofreie Renditen versprechen. Doch die gibt es nicht! Wer Rendite haben m\u00f6chte, und sei es lediglich zum realen Verm\u00f6genserhalt, der muss Risiko eingehen. Denn jede, aber auch jede, Geldanlage erfolgt unter der zuk\u00fcnftigen Ungewissheit.<\/p>\n<p>So besteht Konsens in der Finanzwissenschaft, dass M\u00e4rkte effizient sind. Produktivkapital (z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien) liefert zwar langfristig positive Renditen, unklar sind jedoch Zeitraum und Aus-ma\u00df. So bleibt es beim Paradigma, dass Rendite und Risiko untrennbar miteinander verbunden sind.<\/p>\n<p>Derzeit gibt es sehr interessante wissenschaftliche Arbeiten, die dieses Paradigma grunds\u00e4tzlich in Frage stellen. Wissenschaftliche Basis sind die Aufsehen erregenden Erkenntnisse des Mathematikers Benoit Mandelbrot. Sie beschreiben den fraktalen Aufbau von Objekten und Abl\u00e4ufen, die stets aus mehreren verkleinerten Kopien ihrer selbst bestehen. Diese Beobachtungen sollen auch f\u00fcr die Kurs-entwicklungen bzw. Trendmuster an den Kapitalm\u00e4rkten gelten. Erste Investmentans\u00e4tze versuchen nun, dieses Wissen in einigerma\u00dfen verl\u00e4ssliche Kursprognosen zu \u00fcbersetzen und tats\u00e4chlich risiko-neutrale \u00dcberrenditen daraus zu erzeugen. Wir werden diese Ans\u00e4tze aufmerksam weiterverfolgen. Doch zun\u00e4chst bleibt es dabei: Rendite braucht Risiko!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Die Existenz von Renditepr\u00e4mien<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Zukunft bislang aus Sicht der Wissenschaft nicht prognostizierbar ist, bietet die moderne Finanzwissenschaft trotzdem wertvolles Wissen, um leistungsf\u00e4hige Portfolios zu bauen. Im Laufe der zur\u00fcckliegenden Jahre wurden bis heute sechs Risikofaktoren identifiziert, die sog. Renditepr\u00e4mien in sich tragen. Zwei Faktoren wurden bei Anleihen und vier im Aktienbereich nachgewiesen.<\/p>\n<p>Das soll hei\u00dfen, dass derjenige, der diese Risiken regelbasiert eingeht, bislang \u00fcberall und immer mit Rendite belohnt wurde. Diese Pr\u00e4mien sind zwar nicht jeden Tag oder jedes Jahr am Markt vorhanden, sonst g\u00e4be es ja kein Risiko. Wer aber l\u00e4ngerfristig und konsequent investiert bleibt, wird besser abschneiden als jene Investoren, die andere Risiken eingehen. Eine Optimierung erf\u00e4hrt die Strategie der Renditefaktoren dann, wenn durch eine sehr breite Anlageverteilung s\u00e4mtliche anderen Risiken \u201ewegdiversifiziert\u201c werden.<\/p>\n<p>In der konkreten Umsetzung bedeutet das, dass sich beispielsweise das Aktien-Portfolio auf die Faktoren \u201eSmall\u201c, \u201eValue\u201c und \u201eProfitabilit\u00e4t\u201c fokussiert und zugleich diverse andere Aktienrisiken nahezu eliminiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Fazit<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im Umgang mit der ungewissen Zukunft jeder Investmententscheidung ist Halbwissen nur der zweitbeste Ratgeber. Ein auf Wissen und Regeln basiertes Anlage- und Risikomanagement f\u00fcllt diese Wissensl\u00fccke deutlich besser aus und f\u00fchrt zu stabileren Renditen.<\/p>\n<p>Deshalb setzt unser Investmentansatz auf angewandtes Wissen: Das Wissen \u00fcber die Fragilit\u00e4t des Geldes und das Wissen \u00fcber die unzweifelhaft vorhandenen Renditefaktoren. Die richtige praktische Umsetzung gelingt jedoch nur mit dem Wissen \u00fcber die individuellen Anforderungen und das Risiko- profil eines jeden Anlegers.<\/p>\n<p><strong>Wir stehen Ihnen f\u00fcr Ihre individuelle Ausrichtung zum Erhalt und Ausbau Ihres Verm\u00f6gens bereit. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>J\u00f6rg Haldorn, CFP<\/p>\n<p>Hofheim am Taunus im Mai 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, Wissen ist Quelle f\u00fcr beruflichen Erfolg und Basis f\u00fcr individuellen Wohlstand. 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