{"id":2561,"date":"2021-06-01T16:41:48","date_gmt":"2021-06-01T16:41:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zaldor.de\/?p=2561"},"modified":"2021-06-01T16:41:48","modified_gmt":"2021-06-01T16:41:48","slug":"die-mutierte-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/2021\/06\/01\/die-mutierte-inflation\/","title":{"rendered":"Die mutierte Inflation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hofheim am Taunus, den 02. Juni 2021 \u2013 Mit dem feuchten Fr\u00fchlingswetter sprossen zuletzt nicht nur allerlei hellgr\u00fcne Triebe in der Natur, sondern auch manche dunkelschwarzen Inflationsprognosen in den Denkst\u00e4tten dieser Welt. Ernstzunehmende Fachleute sehen eine deutlich erh\u00f6hte Teuerung von bis zu 6 Prozent nachhaltig auf uns zukommen &#8211; was nicht ohne mindestens genauso ernstzunehmende Folgen f\u00fcr unser Wirtschaftssystem w\u00e4re. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Annahmen h\u00f6ren sich zun\u00e4chst \u00fcberaus plausibel an. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich eine Art \u201eCOVID19-induzierte Mutation\u201c der Inflation, die m\u00f6glicherweise zu ganz anderen R\u00fcckschl\u00fcssen f\u00fchrt. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zaldor.de\/wp-content\/uploads\/Sparschwein-mit-Maske-kleiner-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2562\" width=\"502\" height=\"334\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Ausgangslage<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie immer, wenn ich \u00fcber das Thema der Inflation schreibe, m\u00f6chte ich zu Beginn Ihre Sinne f\u00fcr die exakten Begrifflichkeiten sch\u00e4rfen. \u201eInflation\u201c beschreibt eigentlich und richtigerweise das Aufbl\u00e4hen der Geldmenge \u00fcber eine m\u00f6glicherweise zunehmende G\u00fctermenge hinaus. \u201eTeuerung\u201c kann eine Wirkung daraus sein. Es hat sich jedoch leider im Sprachgebrauch etabliert, die Wirkung \u201eTeuerung\u201c mit der Ursache \u201eInflation\u201c sprachlich zu vermengen. Zum Zweck der Synapsenbildung und Entwirrung verwende ich ab jetzt die Begriffe im herk\u00f6mmlichen Wortsinn.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit diesem Blick auf die Teuerungsentwicklung m\u00f6chte ich\nmich zudem nicht auf Deutschland beschr\u00e4nken. Vielmehr sind gewisse globale\nZusammenh\u00e4nge zu beurteilen, die \u00fcber die Kapitalm\u00e4rkte enorme Auswirkungen auf\nunsere Geldanlagen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den tempor\u00e4ren Zwangsschlie\u00dfungen von Teilen der Wirtschaft,\nSie werden es mehr oder weniger zu sp\u00fcren bekommen haben, begegneten\nRegierungen mit schuldenfinanzierten Fiskalma\u00dfnahmen und Zentralbanken mit nie\ndagewesener Inflation der Geldmenge. Abbildung 1 zeigt das Ausma\u00df des monet\u00e4ren\nImpulses in den USA im historischen Kontext und liefert eine wichtige\nBest\u00e4tigung: alle zur Verf\u00fcgung stehenden Hebel werden in Bewegung gesetzt, um ein\ndas Wirtschaftssystem existentiell gef\u00e4hrdendes Unheil zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Abb1__Geldmenge-M4-USA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Abb1__Geldmenge-M4-USA.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2567\" width=\"457\" height=\"414\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne eine Priese Theorie geht es diesmal leider nicht ganz. Ich\nhalte es aber \u00e4u\u00dferst knapp. Alle (Ex-)Volks- und Betriebswirtschaftsstudenten\nkennen die folgende monet\u00e4re Gleichung f\u00fcr eine Wirtschaftszone in einer\nZeitperiode: Preise x Produktionsmenge = Umlaufgeschwindigkeit x Geldmenge.\n\u201eUmlaufgeschwindigkeit\u201c bezeichnet dabei die H\u00e4ufigkeit, mit der eine\nGeldeinheit seinen Besitzer wechselt. In Pandemiezeiten mit eingeschr\u00e4nkter\nWirtschaftsaktivit\u00e4t hatte dieser Umlauf stark abgenommen. Die Geldbeutel\nwurden weniger gegriffen. Die Geldmenge wurde daher von den Geldmonopolisten erh\u00f6ht,\num Deflation zu verhindern und die Preise auf der anderen Seite der Gleichung m\u00f6glichst\nstabil zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Status quo<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuell ver\u00f6ffentlichten Inflationsraten (inoffiziell\naber richtigerweise als \u201eTeuerungsrate\u201c zu bezeichnen) liegen in den USA bei satten\n4,2 Prozent, in Deutschland bei 2,5 Prozent. Verglichen wird hier die\nVer\u00e4nderung des Preisniveaus zum gleichen Monat des Vorjahres. Ich hatte diese\nanziehenden Raten im M\u00e4rz-Newsletter angek\u00fcndigt und sie boten, wie vermutet,\ndie Gelegenheit bei niedrigeren Aktienkursen zuzugreifen. Der Gro\u00dfteil der\nderzeit zu vernehmenden Prognosen geht davon aus, dass uns dieser Preistrend\nerhalten bleibt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die damit verbundene Unsicherheit hat etwa die Marktzinsen\nf\u00fcr 10j\u00e4hrige US-Staatspapiere bis auf +1,75 Prozent hochgetrieben \u2013 aber eben\nauch nicht dar\u00fcber hinaus. US-Staatspapiere mit 2 Jahren Laufzeit fanden ihr\nMaximum bei +0,19 Prozent. Alle Geldhalter aufgepasst: Der Konsens der Inflationsprognosen\nund der Zinskonsens liefern im Ergebnis eine Erwartung deutlich negativer\nRealrenditen, also einen Zins unterhalb der Teuerung. Wer Geld \u00fcber die Zeit\nhinweg h\u00e4lt, verliert ein St\u00fcck seiner materialisierten Freiheit, der so\ngenannten Kaufkraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Interpretation der Teuerungsraten<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie so viele Modelle in der Wissenschaft hat auch das Modell\nder Preismessung und -steuerung seine gef\u00e4hrlichen Schwachstellen. Im Extremum kann\nso ein Modell zur genau gegenteiligen Interpretation dessen f\u00fchren, was da\ndrau\u00dfen tats\u00e4chlich vorliegt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Teuerung. Die absolut \u00fcberwiegende Anzahl der Wortmeldungen beinhaltet derzeit die Auffassung, dass &#8211; abgesehen von den Basiseffekten zum Vorjahr (Stichwort \u201e\u00d6lpreisrutsch\u201c) &#8211; die zunehmende Umlaufgeschwindigkeit und die starke Inflation der Geldmenge jetzt die Preise anfangen lassen zu steigen. Von dieser potentiellen COVID-Variante der Teuerung war seit Fr\u00fchjahr 2020 vielfach zu lesen. Mit weiter zunehmender konjunktureller Erholung bzw. gro\u00dfherzigem politischem \u00d6ffnungswillen soll diese Variante noch preistreibender werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wenn wir durch das Mikroskop sehen, erkennen wir ganz andere, neuartige Fragmente einer Art \u201eMutation der Teuerung\u201c. Es sind Aspekte, die in den angewandten vereinfachten Preismodellen der Wirtschaftslabore keine (ausreichende) Ber\u00fccksichtigung finden und gef\u00e4hrliche Fehlinterpretationen beg\u00fcnstigen. Und ja, sektoral stiegen die Preise. Aber die Preise stiegen vielerorts nicht etwa deshalb, weil zu viel Geld da ist, sondern weil Mangel herrscht. Zum Beispiel Mangel an Kupfer, wegen pandemiebedingter Unterproduktion. Oder durch pandemieverursachte Unterbrechungen der Lieferketten, was Automobile merklich verteuert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Preistreiber ist der Umstand, dass die fehlenden Ums\u00e4tze (teilweise) geschlossener Sektoren wie Touristik, Veranstaltungsbranche, Gastronomie oder der Luftfahrt zus\u00e4tzliche Nachfrage in gewissen offenen Branchen lieferte und dort wiederrum zu Mangel an Angebot und Teuerung gef\u00fchrt haben. Prominentes Beispiel hierf\u00fcr sind die diversen Ma\u00dfnahmen am eigenen Zuhause. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In die offiziellen Teuerungsraten flie\u00dfen die Preise der (teilweise) geschlossener Sektoren nun nicht mit \u201enull\u201c ein, sondern mit ihren Vor-Schlie\u00dfungs-Werten. Der Mangel wird somit nicht sichtbar. Noch dazu ist gerade jetzt der Vergleich zum Vormonat statt zum Vergleichsmonat des Vorjahres viel aussagekr\u00e4ftiger. So ergibt sich etwa in den USA f\u00fcr April eine Teuerung in H\u00f6he von +0,8 Prozent  bei stagnierenden Konsumentenausgaben. Und wenn wir die vor\u00fcbergehende mangelbedingte Preissteigerung der Automobile rausrechnen, dann ist keine nennenswerte Teuerung messbar. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Preismessung ist insgesamt stark verf\u00e4lscht, die\nunterstellten Ursachen der Teuerung sind in dieser Weise gar nicht gegeben. In\nWirklichkeit ist diese Teuerung bedingt durch Mangel! Wer da jetzt Preisniveaus\nsteuern will, muss aufpassen, den Wirtschaftskarren nicht in den Graben zu fahren!\nDenn Mangel mit Mangel (an Kredit) \u00fcber eine restriktivere Geldpolitik zu\nbek\u00e4mpfen, f\u00fchrt erst einmal zu noch mehr Mangel und geradewegs in die\nwirtschaftliche Depression.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus einer \u00fcbergeordneten, holotropen Perspektive aus betrachtet, wirken diese Erkenntnisse \u00fcberaus interessant. Sie verdeutlichen, welche ganz spezifischen Wirkungen sich aus einem speziellen systemfremden Impuls ergeben k\u00f6nnen. Alles ist letztlich eins und jede Situation ist f\u00fcr sich einzigartig. Mit plumper Empirie, wie \u201eStarke Geldmengenausweitung f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu erh\u00f6hter Teuerung!\u201c, kommt man hier nicht weit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Quo vadis Teuerung?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uns interessiert an dieser Stelle vornehmlich die offizielle\nRate mit all ihren Schw\u00e4chen. Denn sie ist es, an denen sich die Anleger in\nerster Linie orientieren, um ihre Impulse auf die M\u00e4rkte abzugeben. Noch einmal\ngeschwind die vereinfachte Zauberformel zur Erinnerung: Preise x\nProduktionsmenge = Umlaufgeschwindigkeit x Geldmenge. Oder aufgel\u00f6st im Sine\nunserer Fragestellung: Preise = Umlaufgeschwindigkeit x Geldmenge \/\nProduktionsmenge. Im Folgenden m\u00f6chte ich Ihnen einige Variablen mit unbekannter\nAuspr\u00e4gung skizzieren, die auf diese Formel wirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Inflationierung der Basisgeldmenge durch die\nZentralbanken ist zun\u00e4chst einmal gr\u00f6\u00dftenteils vollzogen. Das Geld ist\nverteilt. Doch die monet\u00e4ren Wirkungen der staatlichen Fiskalpakete, vor allem\nin den USA, stehen noch aus. Nach Analysen von Allianz Global Investors hat das\n1,9 Billionen US-Dollar schwere Paket der Demokraten die Kraft, das\nProduktionspotential der US-Wirtschaft noch dieses Jahr zu \u00fcbersteigen. Das w\u00fcrde\nweiterhin sektorale Knappheit zur Folge haben, mit entsprechenden Effekten auf\ndie Preise. Dagegen stehen potentiell nachhaltige deflation\u00e4re Effekte aus der Corona-Misere.\nZahlreichen Gesch\u00e4ften bzw. Gesch\u00e4ftsmodellen droht weiterhin die Pleite oder bedingt\ndurch strukturelle Nachfragever\u00e4nderungen zumindest wirtschaftliches Ungemach.\nAusgang v\u00f6llig offen! <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Abb2__Kreditwachstum-China-Rohstoffpreise.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Abb2__Kreditwachstum-China-Rohstoffpreise.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2568\" width=\"457\" height=\"359\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umlaufgeschwindigkeit ist stets eine Art \u201eBlackbox\u201c. M\u00f6glicherweise zieht sie mit dem weiteren R\u00fcckgang der politischen Schlie\u00dfungsphantasien erst noch weiter an. Vielleicht dienen die damit verbundenen Ums\u00e4tze aber auch in Teilen zum Wiederaufbau in der Pandemie abgeschmolzener Reserven oder zur R\u00fcckzahlung von (Hilfs-)Krediten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die soeben geschilderten Argumente f\u00fcr bzw. gegen einen weiteren Preisauftrieb verdeutlichen die gro\u00dfe Schwierigkeit einer stabilen Teuerungsprognose. Oder im modischen Virus-Sprech formuliert: es ist noch nicht absehbar, welche Mutation die Teuerung genau annehmen und wie infekti\u00f6s sie sein wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und, weil auch ich es mir nicht ganz verkneifen kann und wir\ndoch trotzdem versuchen sollten, etwas \u201eFleisch an den Prognose-Knochen zu\nbekommen\u201c, noch etwas \u201eWenn-Dann-Sollte\u201c aus dem Labor der Empirie. Diese\nZahlen sind zumindest erw\u00e4hnenswert und meines Erachtens derzeit zu wenig\nbeachtet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Daten betreffen die Rohstoffpreise. Sie haben enormen Einfluss auf die G\u00fcterpreise bzw. deren Teuerung. Und hier gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Kreditvergabe in der Weltwirtschaftslokomotive China und der Entwicklung der Rohstoffpreise (siehe Abbildung 2). So liegen die Preisspitzen und die anschlie\u00dfenden Preiskorrekturen der Rohstoffe in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Kreditvergabe der Volksrepublik. Der j\u00fcngste Trend in der Kreditvergabe k\u00fcndigt nun eine Trendumkehr der Rohstoffpreise an, was d\u00e4mpfend auch auf unsere Teuerungsraten wirken wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bekr\u00e4ftigt wird dieser potentielle Trendwechsel durch den Fr\u00fchindikator der chinesischen Einkaufsmanager \u201eCaixin\u201c, der eine wirtschaftliche Beruhigung ank\u00fcndigt und etwa den US-amerikanischen Pendants zirka ein Vierteljahr vorausl\u00e4uft. Die Preise von Rohstoffen, wie Holz, Weizen oder Eisenerz haben im \u00dcbrigen bereits den Abstieg vom Preisgipfel angetreten. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Abb3__Inflationsprognosen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zaldor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Abb3__Inflationsprognosen.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2569\" width=\"445\" height=\"434\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Wenn Sie mich nun nach all den Argumenten nach meiner pers\u00f6nlichen Prognose fragen w\u00fcrden, w\u00fcrde ich antworten: \u201eDie Basiseffekte zum Vorjahr und die vorliegenden Mangelursachen bestehen zun\u00e4chst fort, so dass die offiziellen Raten zum Vorjahr wohl erst einmal erh\u00f6ht bleiben werden. Obendrauf kommt im \u00dcbrigen auch noch die klimapolitisch verursachte Verteuerung von Energie \u2013 ein Thema f\u00fcr sich. Doch die deflation\u00e4ren Zugkr\u00e4fte durch Pandemie und anderer struktureller Baustellen wirken dagegen. Die Teuerungsraten im Vormonatsvergleich werden keinen Grund zur Beunruhigung darstellen. Beides, n\u00e4mlich wirkliche Teuerungsursachen und deflation\u00e4re Kr\u00e4fte, finden hoffentlich ausreichend Aufmerksamkeit f\u00fcr die Wirtschaftssteuerung. Andernfalls besteht ernsthaft Grund zur Sorge. Am Ende bleibt die Zukunft jedoch stets ungewiss. Wir werden es abwarten m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Fazit<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Prognosen zur Teuerung haben regelm\u00e4\u00dfig den Hang zur \u00dcbertreibung, wie aus den Prognosen der Experten zur 10j\u00e4hrigen US-Anleiherendite in Abbildung 3 abzulesen ist. Es l\u00e4sst sich ganz grunds\u00e4tzlich eine Art \u201eInflationierung der Inflation\u201c konstatieren. Das soll nicht hei\u00dfen, dass Prognosen mit h\u00f6heren Teuerungsraten zwangsl\u00e4ufig falsch sein m\u00fcssen. Sie jedoch als Grundlage f\u00fcr Investmententscheidungen allzu ernst zu nehmen, f\u00fchrt h\u00e4ufig in die Irre. Stattdessen ist es ratsam, erstens der strategischen Anlageverteilung mit den geeigneten Investments von Vornherein die n\u00f6tige Robustheit f\u00fcr Teuerungsszenarien zu verleihen \u2013 sozusagen das Immunsystem Ihrer Finanzen zu pflegen. Und zweitens ist es in der taktischen Justierung viel n\u00fctzlicher, die aktuellen Teuerungsraten in ihrem Zustandekommen richtig zu bewerten und die daraus folgenden geldpolitischen Ma\u00dfnahmen der Zentralbanken aufmerksam im Blick zu haben. Bleiben wir also achtsam. Denn erstens wird es auch diesmal wieder anders kommen und zweitens als die meisten denken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr J\u00f6rg Haldorn, CFP, EFA<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hofheim am Taunus, 02.06.2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hofheim am Taunus, den 02. Juni 2021 \u2013 Mit dem feuchten Fr\u00fchlingswetter sprossen zuletzt nicht nur allerlei hellgr\u00fcne Triebe in der Natur, sondern auch manche dunkelschwarzen Inflationsprognosen in den Denkst\u00e4tten dieser Welt. 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